Wir als Bürgerinitiative versuchten den Bau einer Schweinezuchtanlage (ehemals Milchviehanlage Alkersleben) zu verhindern. Angetrieben von dem Wunsch, unsere natürlichen Lebens- und Wohnbedingungen zu erhalten und zu schützen, haben wir uns mit vielen Aktionen über Jahre für eine artgerechte Tierhaltung stark gemacht. Volkswirtschaftlich nicht erforderliche, Natur zerstörende Investitionen sollten keine Chance mehr bekommen.
Dennoch wurde die Baugenehmigung für eine Schweinezuchtanlage im Jahr 2009 erteilt und innerhalb kürzester Zeit entstand aus einem alten Stallkomplex eine hochindustrielle Zuchtanlage. Gerade unsere Rechercheergebnisse über das Herkunftsland des Investors, er stammt aus den Niederlanden, zeigen uns die massiven Umweltprobleme, die wir zu erwarten haben. In unserem Nachbarland sind Anlagen dieser Größenordnungen längst nicht mehr genehmigungsfähig. Wen wundert es noch, dass Fleischproduzenten in Entwicklungsländer auswandern, zu denen Ostdeutschland gemeinsam mit Polen, Rumänien, Tschechien u. a. offensichtlich gehört. Denn es sind die neuen Bundesländer, allen voran Mecklenburg Vorpommern, gefolgt von Thüringen und Brandenburg, die sich als Investitionsparadies für diese Art von Unternehmen entpuppen.
Wir sind gegen industrielle Tierhaltung, die den Entwicklungen des 21. Jahrhunderts keinesfalls gerecht wird. Der im Grundgesetz verankerte Tierschutz wird aus reinem Profitstreben Einzelner mit Füßen getreten.
Der erhebliche Widerstand seitens der betroffenen Gemeinden und anliegenden Ortschaften spielt dabei offensichtlich keine Rolle.
Doch wir wollen nicht aufgeben. In unserer Region können wir alle einen Beitrag leisten.
Billiges Fleisch kommt uns nicht mehr in die Tüte. Wo immer es möglich ist, greifen wir zu regionalen Produkten. Auch begleiten wir den Betrieb der Anlage kritisch und dokumentieren die Veränderungen unseres Lebensumfelds.
Plan 2001
Plan 2006
das Genehmigungsverfahren 2007 - 2009
und heute
Das Genehmigungsverfahren 2007 - 2009
Seit Herbst 2010 arbeitet die Anlage mit dem geplanten Tierbestand.
Je nach Windrichtung kann man aus einem Kilometer Entfernung den Standort riechen.
Zusicherung des Betreibers im Genehmigungsverfahren:
Die Luftwäscheanlagen, welche die austretende Stallluft reinigen, schließen eine Geruchsbelästigung über solch Wegstecken aus. Die Anlage sei nur in unmittelbarer Entfernung über den Geruchssinn wahrnehmbar.
In der 34.- 36 KW dieses Jahres (2011) wurde auf die umliegenden Felder, welche insbesondere durch die Agrargenossenschaft Bösleben bewirtschaftet werden, Gülle aus der Anlage auf die Erde aufgebracht.
Zusicherung der Agrargenossenschaft im Genehmigungsverfahren:
Da die Proteste der Bevölkerung ernst genommen werden, wird kein Gülleabnahmevertrag mit dem Investor geschlossen.