3 Fragen an die Landratskandidaten:

  • Wie stehen Sie zum geplanten Bau einer gigantischen industriellen Schweinezuchtanlage
        in der Gemarkung Ettischleben/ehemalige Milchviehanlage Alkersleben
        mit ca. 22.420 Tieren (120.000 Ferkel pro Jahr)?

  • Es fällt auf, das es vor allem in die neuen Bundesländer Bestrebungen zur Ansiedlung
        derartiger industrieller Massentierhaltungen insbesondere durch Holländer gibt.
        In Holland werden seit Jahren enorme Aufwendungen betrieben, derartige Betriebe wegen ihrer negativen
        Auswirkungen auf Menschen,Tiere und die Umwelt zu schließen.
        Finden Sie die Errichtung einer derartigen Anlage im Ilm-Kreis vereinbar mit den Zielen des Naturschutzes,
        der Landschaftspflege, insbesondere auch hinsichtlich der zu erwartenden schädlichen Umwelteinwirkungen
        in Form von Emissionen, die erhebliche Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen
        für die Allgemeinheit zur Folge haben werden?

  • Auf welche Weise möchten Sie Ihre politischen Ziele im Zusammenhang mit diesem Bauvorhaben umsetzen?

    nach unten "Vorhaben nur schön geredet" Landtagsabgeordnete Sabine Berninger (Linkspartei)
    nach unten Antwort vom Landeskandidaten Herbert Windmiller (SPD)


    Unzufrieden zeigte sich die Landtagsabgeordnete Sabine Berninger (Linkspartei) mit den Auskünften der Landesregierung auf ihre Anfrage zum Bau einer Schweinezuchtanlage in der Gemarkung Ettischleben

    Der Minister habe das Vorhaben schön geredet, so Berninger. Er habe die Zahl der zu erwartenden Arbeitsplätze mal eben –entgegen den Angaben des Investors- verdoppelt, ohne Grundlagen für eine solche Berechnung zu benennen. Völlig unverständlich sei ihr, dass der Landesregierung weder Studien über die Auswirkungen solcher Investitionen auf regionale landwirtschaftliche Strukturen noch zu den zu erwartenden Belastungen für die Umwelt oder Nachteilen für die Allgemeinheit vorliegen. „Man fragt sich schon, auf welcher Grundlage der Landwirtschaftsminister landwirtschaftliche Vorhaben plant“, so die Abgeordnete.

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    Herbert Windmiller

    vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich bin aus Überzeugung gegen jegliche Massentierhaltung. Sie birgt hohe Risiken, insbesondere dann, wenn es zu Erkrankungen der Tiere kommt und ist in den seltensten Fällen mit einem aktiven Tierschutz und artgerechter Haltung zu vereinbaren.

    Ich weiß aber auch, dass solche Anlagen, die einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung bedürfen, dann zu genehmigen sind, wenn alle Genehmigungsvorrausetzungen vorliegen. Es handelt sich um so genannte gebundene Entscheidungen, d.h. im Falle dieser Anlage ist genau zu prüfen, ob von dieser Anlage unmittelbare Gesundheitsgefahren für Menschen bzw. eine Gefährdung von Natur und Landschaft ausgehen.

    Ich kann im Moment nicht abschließend beurteilen, wie der Stand des entsprechenden Genehmigungsverfahren ist, insbesondere ob das Landratsamt bereits beteiligt wurde und seine Stellnahme abgegeben hat. Ich stehe diesem Verfahren sehr kritisch gegenüber, nicht zuletzt weil ich auch die Sorge habe, dass durch die Verbringung der Gülle die unmittelbare Umgebung der Anlage erheblich belastet wird.

    Im Übrigen freue ich mich, dass Ihre Bürgerinitiative in dieser Sache so engagiert zu Werke geht und bin im Herzen auf ihrer Seite.

    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Windmiller

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